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Lebenswende-Feier jetzt auch in Stralsund

Konfirmation, Firmung, Jugendweihe?

Das waren bisher in Stralsund die Möglichkeiten, den Schritt ins Erwachsenenleben festlich zu begehen.

Für junge Leute, die weder dem einen noch dem anderen etwas abgewinnen können, will die katholische Kirchengemeinde Heilige Dreifaltigkeit jetzt mit einer Lebenswende-Feier eine Alternative anbieten. „Wir richten uns an Jugendliche zwischen 13 und 14 Jahren, die nicht getauft sind“, sagt Pfarrer Andreas Sommer (49).


Während es diese Art Lebenswende-Feiern in Süddeutschland bereits seit den 1990er-Jahren gäbe, betritt die katholische Kirche hier im Norden damit Neuland.

„Wir wissen nicht, wie das angenommen wird, ob der Bedarf überhaupt da ist. Deshalb wollen wir zunächst einen Test starten“, erklärt der Pfarrer.

Mitgebracht hatte die Idee das Stralsunder Gemeindemitglied Sebastian Tacke vom diesjährigen 100. Deutschen Katholikentag in Leipzig.

Dort sei auch darüber diskutiert worden. „Die jungen Menschen sollen erfahren, dass sie in der Kirche willkommen sind“, sagt Tacke, der nun mit zwei weiteren Mitgliedern der katholischen Gemeinde zu den Initiatoren gehört. „Dabei wollen wir jedoch niemanden missionieren“, versichert Pfarrer Sommer. Aber die Kirche sei in jedem Fall schon sinnstiftend und stelle den Familien ihren Raum für die Feier zur Verfügung. Diese soll dann voraussichtlich im Mai oder Juni stattfinden.

„Das Erwachsenwerden wird in allen Kulturen gefeiert“, sagt Pfarrer Sommer. Auf diesem Weg wolle die katholische Kirche die jungen Menschen gern begleiten.

Dabei soll jedoch nichts aufgesetzt sein. Die Feier wird deshalb bei mehreren Treffen zusammen mit den Mädchen und Jungen selbst entwickelt. Im Vorfeld gehe es auch um einen Austausch zu unterschiedlichsten Lebensfragen: Welche Hoffnungen, Träume und Lebensziele haben die jungen Stralsunder? Was macht ihnen Angst? Welche Texte könnten ihnen als Lebensmotto dienen? Welche Lieder möchten sie singen...? „Als Kirche wollen wir ihnen eine Plattform bieten“, sagt Pfarrer Sommer. „Wie das gelingt, darauf bin ich selbst gespannt“, gibt der Seelsorger zu.